Zum Inhalt springen
Best Agers

Alternativen zum Treppenlift: Homelift, Rampe, Umzug

Nicht jede Treppe braucht einen Lift. Je nach Grundriss, Bedarf und Zeithorizont sind Homelift, Rampe, Treppensteiggerät oder die Verlegung der Wohnräume die bessere Lösung.

Stand: 28. Juli 2026

Wohnraum
Symbolbild · Dan Gold, stocksnap · CC0 1.0 (gemeinfrei) · Bildnachweis

Der Treppenlift ist die bekannteste Lösung, aber selten die einzige. Wer die Alternativen kennt, spart oft Geld und bekommt manchmal die praktischere Lösung.

Die Optionen im Vergleich

LösungGrobe KostenPasst, wenn
Wohnen im Erdgeschoss0 bis 15.000 €Platz vorhanden, Bad nachrüstbar
Rampe500 bis 5.000 €Nur einzelne Stufen zu überwinden
Zweiter Handlauf, Stufenmarkierung200 bis 800 €Unsicherheit, aber keine echte Gehbehinderung
Treppensteiggerät3.000 bis 6.000 €Hilfsperson vorhanden, gelegentlicher Bedarf
Sitztreppenlift4.000 bis 25.000 €Dauerhafter Bedarf, selbstständige Nutzung
Plattformlift9.000 bis 20.000 €Rollstuhl muss mitfahren
Homelift20.000 bis 40.000 €Mehrere Etagen, Platz und Budget vorhanden
UmzugSehr unterschiedlichHaus ohnehin zu groß oder unterhaltsintensiv

Die unterschätzte Lösung: nach unten ziehen

In vielen Einfamilienhäusern liegt das Wohnzimmer unten und das Schlafzimmer oben. Wenn im Erdgeschoss ein Raum frei ist oder frei gemacht werden kann und sich ein Duschbad einbauen lässt, entfällt die Treppe als tägliches Problem. Der Umbau eines Gäste-WCs zum Duschbad kostet je nach Ausgangslage 8.000 bis 15.000 Euro und wird von Pflegekasse und KfW gefördert.

Diese Lösung hat einen Vorteil, den kein Lift bietet: Sie funktioniert auch dann noch, wenn ein Rollator oder ein Rollstuhl dazukommt.

Wenn es nur um einzelne Stufen geht

Zwei oder drei Stufen am Hauseingang lassen sich mit einer Rampe überbrücken. Wichtig ist die Steigung: Für selbstständige Rollstuhlnutzung sollte sie sechs Prozent nicht überschreiten, mit Hilfsperson sind bis zu zwölf Prozent vertretbar. Das bedeutet Platzbedarf. Eine feste Rampe für 40 Zentimeter Höhenunterschied braucht bei sechs Prozent rund sieben Meter Länge, was in vielen Vorgärten nicht darstellbar ist. Mobile Rampen sind kürzer, aber steiler und nur mit Begleitung nutzbar.

Wenn Unsicherheit das eigentliche Problem ist

Nicht jede Schwierigkeit auf der Treppe ist eine Gehbehinderung. Oft geht es um Unsicherheit, schlechtes Sehen oder fehlenden Halt. Ein zweiter Handlauf auf der gegenüberliegenden Seite, kontrastreiche Markierungen der Stufenkanten und eine bessere Beleuchtung mit Bewegungsmelder kosten zusammen selten mehr als 800 Euro und lösen das Problem in vielen Fällen vollständig.

Förderung gilt auch hier

Die genannten Maßnahmen sind ebenso förderfähig wie ein Treppenlift. Die Pflegekasse zahlt bis zu 4.180 Euro je Maßnahme bei anerkanntem Pflegegrad, die KfW fördert unabhängig vom Pflegegrad. In beiden Fällen gilt: Antrag vor Baubeginn. Mehr dazu unter Zuschuss zum Treppenlift und Barrierefreies Bad.

Häufige Fragen

Was ist die günstigste Alternative zum Treppenlift?

Meist die Verlegung der Hauptwohnräume ins Erdgeschoss, sofern dort ein Bad vorhanden ist oder nachgerüstet werden kann. Bei einzelnen Stufen ist eine Rampe die günstigste bauliche Lösung.

Was kostet ein Homelift?

Ein Homelift, also ein kleiner Personenaufzug für ein bis zwei Personen, liegt üblicherweise zwischen 20.000 und 40.000 Euro inklusive Einbau. Er braucht Platz und meist einen Durchbruch in der Decke.

Wann ist ein Treppensteiggerät sinnvoll?

Wenn eine Hilfsperson vorhanden ist und der Bedarf gelegentlich oder vorübergehend besteht. Das Gerät wird geschoben und erfordert eine eingewiesene Begleitperson, es ist keine Lösung für selbstständige Nutzung.

Quellen

  • KfW-Programm 455-B, Altersgerecht Umbauen
  • Sozialgesetzbuch XI (SGB XI), § 40 Absatz 4