Rollator kaufen: Typen, Masse und Kaufkriterien
Der Unterschied zwischen einem Kassenmodell und einem Leichtgewichtsrollator sind rund vier Kilo. Genau diese vier Kilo entscheiden oft darüber, ob das Gerät benutzt wird oder im Flur steht.

Ein Rollator ist kein Zeichen von Abhängigkeit, sondern das Gegenteil: Er verlängert den Radius. Vorausgesetzt, er passt. Ein falsch eingestelltes oder zu schweres Gerät wird nicht benutzt.
Die vier Typen
Standardrollator, Stahl, 9 bis 11 kg. Das klassische Kassenmodell. Robust, günstig, aber schwer. Ins Auto heben ist mühsam, Bordsteine sind anstrengend. Für den Einsatz in der Wohnung und auf kurzen ebenen Wegen ausreichend.
Leichtgewichtsrollator, Aluminium, 6 bis 8 kg. Der sinnvolle Standard für aktive Nutzer. Faltbar, meist mit besserer Bremse und höherer Zuladung. Der Aufpreis gegenüber dem Kassenmodell liegt bei 100 bis 300 Euro und ist in den meisten Fällen gut angelegt.
Carbonrollator, 4,5 bis 6 kg. Sehr leicht, entsprechend teuer. Lohnt, wenn das Gerät täglich in den Kofferraum muss oder wenn die Kraft in den Armen begrenzt ist.
Indoor-Rollator, schmal. Bauhöhe und Breite auf Türen und Flure abgestimmt, oft mit Tablett statt Korb. Kein Ersatz für draußen, aber in kleinen Wohnungen eine echte Erleichterung.
Die Einstellung ist wichtiger als das Modell
Der häufigste Fehler ist eine zu niedrige Griffhöhe. Stellen Sie sich aufrecht neben das Gerät, lassen Sie die Arme locker hängen. Die Griffe sollten auf Höhe der Handgelenke sein, nicht tiefer. Wer über den Rollator gebeugt läuft, verlagert das Gewicht nach vorn, was die Sturzgefahr erhöht statt sie zu senken.
Der zweite Punkt ist der Abstand zum Körper. Man geht in den Rollator hinein, nicht hinter ihm her. Die Hinterräder sollten etwa auf Höhe der Füße stehen.
Worauf beim Kauf zu achten ist
- Räder. Ab 20 Zentimetern Durchmesser werden Kopfsteinpflaster und Bordsteine deutlich einfacher. Luftbereifung dämpft besser, muss aber gelegentlich aufgepumpt werden.
- Bremsen. Feststellbremsen müssen sich mit wenig Kraft bedienen lassen. Testen Sie das mit der schwächeren Hand.
- Faltmechanismus. Es gibt Längs- und Querfalter. Längsfalter sind schmaler im Kofferraum, Querfalter stehen gefaltet stabiler.
- Zuladung. Standardmodelle tragen 100 bis 130 Kilogramm. Bei höherem Körpergewicht gibt es XXL-Varianten bis 200 Kilogramm.
- Sitzhöhe und Sitzbreite. Wer sich unterwegs setzen will, sollte das im Laden ausprobieren.
Ausprobieren statt bestellen
Ein Rollator ist ein Gerät, das zum Körper passen muss. Sanitätshäuser lassen probefahren, und diese halbe Stunde ist besser investiert als jede Produktbeschreibung. Nehmen Sie die Schuhe mit, die Sie täglich tragen.
Und die Kasse?
Bei ärztlicher Verordnung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse ein Standardmodell bis zum Festbetrag. Wer ein leichteres Gerät möchte, zahlt die Differenz selbst. Wie das genau läuft und welche Zuzahlung anfällt, steht unter Rollator auf Rezept.
Häufige Fragen
Was kostet ein guter Rollator?
Standardmodelle aus Stahl liegen bei 80 bis 150 Euro. Leichtgewichtsrollatoren aus Aluminium kosten 150 bis 400 Euro, Carbonmodelle 400 bis 900 Euro. Für den Außeneinsatz sind große Räder wichtiger als das Material.
Welche Größe ist die richtige?
Die Griffhöhe sollte bei aufrechtem Stand mit hängenden Armen etwa auf Höhe der Handgelenke liegen. Zu niedrig eingestellte Griffe sind der häufigste Fehler und führen zu gebeugter Haltung und Rückenschmerzen.
Innen- oder Außenrollator?
Für drinnen zählen schmale Bauweise und Wendigkeit, für draußen große, luftbereifte Räder und eine stabile Bremse. Wer beides braucht, fährt mit zwei Geräten oft besser als mit einem Kompromiss.
Quellen
- Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes, Produktgruppe 10
- Marktübliche Preise, Stand Juli 2026
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