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Rente brutto und netto: Was am Ende auf dem Konto landet

Zwischen Bruttorente und Kontoeingang liegen rund 12 Prozent Sozialabgaben. Die Steuer kommt, wenn überhaupt, erst später und nicht als Abzug, sondern als Nachzahlung.

Stand: 28. Juli 2026

Taschenrechner und Unterlagen
Symbolbild · Martin Vorel, stocksnap · CC0 1.0 (gemeinfrei) · Bildnachweis

Der Betrag im Rentenbescheid ist brutto. Was ankommt, ist deutlich weniger, und wer das erst nach der ersten Überweisung merkt, hat falsch geplant.

Was direkt abgezogen wird

Zwei Posten werden von der Rentenversicherung einbehalten und direkt abgeführt:

  • Krankenversicherung: 7,3 Prozent plus der halbe Zusatzbeitrag der Kasse, im Schnitt 1,45 Prozent
  • Pflegeversicherung: 3,6 Prozent mit Kind, 4,2 Prozent kinderlos, vollständig vom Rentner getragen

Zusammen sind das rund 12,35 Prozent für Rentner mit Kind und rund 12,95 Prozent für Kinderlose, jeweils bei durchschnittlichem Zusatzbeitrag.

Beispielrechnung

BruttorenteAbzüge mit KindNettoAbzüge kinderlosNetto
1.000 €123,50 €876,50 €129,50 €870,50 €
1.300 €160,55 €1.139,45 €168,35 €1.131,65 €
1.500 €185,25 €1.314,75 €194,25 €1.305,75 €
1.700 €209,95 €1.490,05 €220,15 €1.479,85 €
2.000 €247,00 €1.753,00 €259,00 €1.741,00 €

Die Werte gelten für Pflichtversicherte in der Krankenversicherung der Rentner bei einem Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent. Liegt Ihre Kasse darunter, bleibt mehr.

Die Steuer kommt separat

Von der gesetzlichen Rente wird keine Steuer einbehalten. Wer steuerpflichtig ist, merkt das erst mit dem Steuerbescheid, häufig im zweiten Rentenjahr.

Ob überhaupt Steuer anfällt, hängt am Besteuerungsanteil und am Grundfreibetrag von 12.348 Euro. Bei einer Bruttorente von 1.500 Euro und keinen weiteren Einkünften fällt in aller Regel keine an. Bei zusätzlicher Betriebsrente, Mieteinnahmen oder der Rente des Partners kann das anders aussehen. Details unter Rente und Steuern.

Wichtig für die Rechnung: Die gezahlten Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sind als Sonderausgaben abziehbar. Bei 200 Euro monatlich sind das 2.400 Euro jährlich, die das zu versteuernde Einkommen mindern.

Was sich mit der Rentenerhöhung ändert

Jede Rentenanpassung erhöht die Bruttorente und damit auch die Sozialabgaben, weil sie prozentual berechnet werden. Steuerlich ist die Erhöhung besonders unangenehm: Weil der Rentenfreibetrag als fester Eurobetrag eingefroren ist, ist jede Erhöhung zu 100 Prozent steuerpflichtig.

Zum 1. Juli 2026 sind die Renten um 4,24 Prozent gestiegen, der aktuelle Rentenwert liegt seither bei 42,52 Euro. Bei 1.700 Euro Bruttorente sind das rund 72 Euro mehr brutto, davon etwa 63 Euro netto, und der volle Betrag zählt steuerlich mit.

Was zusätzlich abgehen kann

Beiträge auf Versorgungsbezüge. Betriebsrenten werden gesondert verbeitragt, mit vollem Beitragssatz oberhalb eines Freibetrags.

Freiwillige Versicherung. Wer die Vorversicherungszeit nicht erfüllt, zahlt auf sämtliche Einnahmen, auch auf Mieten und Kapitalerträge. Der Unterschied ist erheblich, siehe Krankenversicherung der Rentner.

Vor dem Rentenbeginn nachrechnen

Die Rentenauskunft nennt Bruttowerte. Rechnen Sie mindestens 12 Prozent Abzug ein und prüfen Sie zusätzlich, ob eine Betriebsrente hinzukommt. Wer erst nach dem Rentenbeginn feststellt, dass es nicht reicht, hat wenig Handlungsspielraum. Reicht es dauerhaft nicht, besteht möglicherweise Anspruch auf Grundsicherung im Alter.

Häufige Fragen

Wie viel bleibt von 1.500 Euro Bruttorente?

Bei durchschnittlichem Zusatzbeitrag und mindestens einem Kind gehen rund 185 Euro für Kranken- und Pflegeversicherung ab. Es bleiben etwa 1.315 Euro. Steuer fällt bei dieser Höhe ohne weitere Einkünfte in der Regel nicht an.

Wird von der Rente Steuer einbehalten?

Nein. Anders als beim Gehalt gibt es keinen Lohnsteuerabzug. Wer steuerpflichtig ist, zahlt über die Einkommensteuererklärung nach, gegebenenfalls durch vierteljährliche Vorauszahlungen.

Warum ist die erste Rentenzahlung oft niedriger?

Häufig, weil die Meldung zur Krankenversicherung noch nicht abgeschlossen ist oder weil der erste Monat anteilig gezahlt wird. Nach Klärung wird in der Regel nachgezahlt.

Quellen

  • Sozialgesetzbuch V (SGB V), § 249a
  • Sozialgesetzbuch XI (SGB XI), § 55
  • GKV-Spitzenverband, Rechengrößen 2026