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Rente berechnen: So kommt Ihre Rentenhöhe zustande

Die Rentenformel hat vier Faktoren, und nur zwei davon sind individuell. Wer sie kennt, kann jeden Rentenbescheid nachrechnen.

Stand: 28. Juli 2026

Taschenrechner und Unterlagen
Symbolbild · Negative Space, stocksnap · CC0 1.0 (gemeinfrei) · Bildnachweis

Die gesetzliche Rente wird nicht geschätzt, sondern gerechnet. Die Formel steht im Gesetz und hat vier Faktoren.

Die Formel

Monatsrente = Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × aktueller Rentenwert × Rentenartfaktor

Entgeltpunkte sind Ihre Lebensleistung in Zahlen. Wer in einem Jahr genau so viel verdient wie der Durchschnitt aller Versicherten, bekommt einen Punkt. Wer die Hälfte verdient, einen halben. Wer das Doppelte verdient, zwei, allerdings gedeckelt durch die Beitragsbemessungsgrenze.

Zugangsfaktor ist der Auf- oder Abschlag für den Zeitpunkt. Bei Rentenbeginn zur Regelaltersgrenze beträgt er 1,0. Je Monat vorzeitigem Bezug sinkt er um 0,003, also 0,3 Prozent. Je Monat Aufschub steigt er um 0,005, also 0,5 Prozent.

Aktueller Rentenwert ist der Eurobetrag je Entgeltpunkt. Seit dem 1. Juli 2026: 42,52 Euro.

Rentenartfaktor ist 1,0 bei Altersrenten. Bei Witwenrenten liegt er je nach Art bei 0,55 oder 0,25, bei voller Erwerbsminderung ebenfalls bei 1,0.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Angenommen 40 Entgeltpunkte, Rentenbeginn 24 Monate vor der Regelaltersgrenze.

  • Zugangsfaktor: 1,0 minus 24 × 0,003 = 0,928
  • Rechnung: 40 × 0,928 × 42,52 € × 1,0 = 1.578,34 € brutto

Ohne den vorzeitigen Bezug wären es 40 × 1,0 × 42,52 € = 1.700,80 Euro. Der Unterschied von 122,46 Euro monatlich bleibt lebenslang bestehen, auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze.

Woher Sie Ihre Entgeltpunkte kennen

Sie stehen in der jährlichen Renteninformation, die ab dem 27. Lebensjahr verschickt wird, und vollständig in der Rentenauskunft, die Sie ab 55 automatisch erhalten oder jederzeit anfordern können.

Achten Sie darauf, dass die Renteninformation eine Hochrechnung enthält: Sie unterstellt, dass Sie bis zur Regelaltersgrenze weiter verdienen wie im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Ändert sich das, ändert sich die Rente.

Was die Punkte sonst noch beeinflusst

  • Kindererziehungszeiten, bis zu drei Jahre je Kind für Geburten ab 1992, davor 2,5 Jahre
  • Pflege von Angehörigen, ab Pflegegrad 2 unter bestimmten Voraussetzungen
  • Zeiten der Arbeitslosigkeit, teilweise beitragsgemindert
  • Schul- und Studienzeiten ab 17 werden als Anrechnungszeiten geführt, bringen aber keine Punkte mehr
  • Grundrentenzuschlag bei mindestens 33 Jahren Grundrentenzeiten und unterdurchschnittlichem Verdienst

Was von der Bruttorente bleibt

Von der errechneten Bruttorente gehen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab, gegebenenfalls kommt Steuer hinzu. Wie viel das ausmacht, steht unter Rente brutto und netto sowie unter Krankenversicherung der Rentner.

Verbindlich rechnen kann nur die Deutsche Rentenversicherung. Die kostenlose Rentenauskunft ist der einzige Weg zu einer belastbaren Zahl.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der aktuelle Rentenwert?

Seit dem 1. Juli 2026 liegt der aktuelle Rentenwert bei 42,52 Euro. Zuvor waren es 40,79 Euro, die Anpassung betrug 4,24 Prozent und gilt bundesweit einheitlich.

Wie viele Entgeltpunkte bekomme ich pro Jahr?

Wer genau das Durchschnittsentgelt aller Versicherten verdient, erhält einen Entgeltpunkt pro Jahr. Bei doppeltem Durchschnittsverdienst sind es zwei, bei halbem 0,5. Nach oben begrenzt die Beitragsbemessungsgrenze.

Was ist die Standardrente?

Ein Rechenmodell: 45 Jahre Beitragszahlung mit stets durchschnittlichem Verdienst ergeben 45 Entgeltpunkte. Bei einem Rentenwert von 42,52 Euro sind das 1.913,40 Euro brutto. Die tatsächliche Durchschnittsrente liegt deutlich darunter.

Quellen

  • Sozialgesetzbuch VI (SGB VI), §§ 63 bis 71 und § 77
  • Deutsche Rentenversicherung, Rentenanpassung 2026
  • Rentenwertbestimmungsverordnung 2026