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Private Altersvorsorge: Bausteine im Vergleich

Drei Fragen entscheiden über die Wahl: Wie hoch ist die Steuerlast heute, wie viel Zeit bleibt, und wie wichtig ist Verfügbarkeit. Alles andere ist Produktdetail.

Stand: 28. Juli 2026

Geld und Ersparnisse
Symbolbild · Artsy Crafty, stocksnap · CC0 1.0 (gemeinfrei) · Bildnachweis

Private Altersvorsorge ist kein Produkt, sondern eine Entscheidung zwischen drei Prinzipien: staatliche Förderung gegen Bindung, Sicherheit gegen Rendite, Verfügbarkeit gegen Steuervorteil.

Die Bausteine und ihre Logik

BausteinVorteilPreis dafür
Betriebliche AltersvorsorgeSteuer- und Beitragsersparnis, ArbeitgeberzuschussVolle Beitragspflicht in der Krankenversicherung im Alter
Riester-RenteZulagen, besonders mit KindernEnge Bindung, Rückzahlung bei schädlicher Verwendung
Rürup, BasisrenteHoher Steuerabzug in der AnsparphaseNicht kündbar, nicht beleihbar, nicht vererbbar ohne Zusatz
WertpapierdepotVolle Verfügbarkeit und TransparenzKeine Förderung, Schwankungen
ImmobilieMietersparnis im AlterKlumpenrisiko, Instandhaltung, Illiquidität

Die drei Zahlen, auf die es ankommt

Effektivkosten. Sie stehen im Produktinformationsblatt und sagen, um wie viele Prozentpunkte die Rendite jährlich durch Kosten sinkt. Ein Vertrag mit 1,8 Prozentpunkten Effektivkosten muss 1,8 Prozentpunkte mehr erwirtschaften, nur um mit einem kostenfreien Vergleich gleichzuziehen. Über 20 Jahre ist das ein sehr großer Unterschied.

Rentenfaktor. Er entscheidet, wie das angesparte Kapital am Ende in eine Rente umgerechnet wird. Wichtig ist nicht seine Höhe im Prospekt, sondern ob er garantiert ist. Ein kalkulierter Rentenfaktor kann bei Rentenbeginn deutlich niedriger liegen.

Garantieniveau. Je höher die zugesagte Beitragsgarantie, desto weniger darf der Anbieter in Aktien investieren. Bei 100 Prozent Garantie und niedrigen Zinsen bleibt für Renditechancen kaum Spielraum. Weniger Garantie bedeutet mehr Schwankung, aber auch mehr erwartbare Rendite.

Wo die Förderung tatsächlich wirkt

Staatliche Förderung ist nicht automatisch ein Vorteil. Sie wirkt dann, wenn drei Bedingungen zusammenkommen:

  • Die Steuerlast heute ist höher als die im Rentenalter erwartete
  • Die Laufzeit ist lang genug, damit die Förderung die Kosten übersteigt
  • Der Vertrag wird durchgehalten, denn vorzeitiges Aussteigen kostet die Förderung

Fehlt eine dieser Bedingungen, ist ein einfaches, kostengünstiges Depot häufig die bessere Lösung, obwohl es keine Förderung erhält.

Der Blick auf die spätere Belastung

Was in der Ansparphase gefördert wird, wird in der Auszahlungsphase besteuert. Das ist der Grundgedanke der nachgelagerten Besteuerung und für sich genommen kein Nachteil, solange der Steuersatz im Alter niedriger ist.

Eine Position wird dabei regelmäßig übersehen: Auf Betriebsrenten fallen im Alter Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge an, und zwar mit dem vollen Beitragssatz oberhalb eines Freibetrags. Das schmälert die Nettorente spürbar, siehe Krankenversicherung der Rentner.

Was wir nicht sagen können

Welcher Baustein für Sie rechnet, hängt von Einkommen, Steuersatz, Familienstand, Beschäftigungsverhältnis und Risikobereitschaft ab. Diese Seite erklärt die Mechanik, sie ersetzt keine Beratung.

Unabhängige Anlaufstellen sind die Verbraucherzentralen mit kostenpflichtiger, aber produktunabhängiger Beratung sowie Honorarberater, die über Gebühr statt Provision vergütet werden. Bei einem provisionsbasierten Angebot lohnt immer die Frage, wie hoch die Abschlussprovision ist.

Die einzelnen Modelle im Detail: Betriebliche Altersvorsorge, Riester-Rente, Rürup-Rente und ETF als Altersvorsorge. Wer spät anfängt, findet die Einordnung unter Altersvorsorge ab 50.

Häufige Fragen

Welche private Altersvorsorge ist die beste?

Die Frage lässt sich nicht allgemein beantworten. Bei hoher Steuerlast und langer Laufzeit wirken geförderte Verträge stark, bei kurzer Restlaufzeit und Wunsch nach Verfügbarkeit spricht mehr für ein Wertpapierdepot ohne Bindung.

Woran erkenne ich einen teuren Vertrag?

An den Effektivkosten. Sie geben an, um wie viele Prozentpunkte die Rendite jährlich durch Kosten sinkt. Werte über 1,5 Prozentpunkte sind hoch, über 2 Prozentpunkte sehr hoch. Die Angabe steht im Produktinformationsblatt.

Was ist der Rentenfaktor?

Er gibt an, wie viel monatliche Rente je 10.000 Euro Kapital gezahlt wird. Entscheidend ist, ob er garantiert oder nur kalkuliert ist. Ein nicht garantierter Rentenfaktor kann bei Rentenbeginn deutlich niedriger ausfallen.

Quellen

  • Einkommensteuergesetz (EStG), §§ 10 und 10a
  • Altersvorsorge-Produktinformationsblattverordnung (AltvPIBV)
  • Bundesministerium der Finanzen, Schreiben zur steuerlichen Förderung der Altersvorsorge